Hormonmangel

 

Hormonmangel

Ein kleiner Ratgeber für Männer

 

1. Testosteronmangel im Alter
2. Was sind die Anzeichen für einen Hormonmangel ?
3. Hormonmangel läßt sich behandeln
4. Was man vor einer Hormonbehandlung noch beachten sollte
5. An den folgenden Symptomen kann man einen möglichen Testosteronmangel erkennen

 


Testosteronmangel im Alter

Zu einer verringerten Produktion des Hormons Testosteron kann es unter bestimmten Umständen auch bei "normalen" Männern kommen. So können erschöpfende körperliche Arbeit oder Hochleistungssport die Hormonkonzentration ebenfalls kurzfristig senken. Probleme ergeben sich daraus in der Regel nicht.

Viel bedeutender ist, daß auch im Alter die Produktion des Testosterons bei nicht wenigen Männern nachläßt. Im Gegensatz zur Frau, bei der die Hormonproduktion in den Wechseljahren relativ abrupt beendet wird, vollzieht sich dieser Vorgang beim Mann über einen wesentlich längeren Zeitraum. Bekannt ist, daß ab etwas dem 40. Lebensjahr der Testosteronspiegel bei vielen Männern stetig sinkt. Mit jedem weiteren Jahr verringert sich danach die Hormonproduktion um etwa 1 bis 2 Prozent. Allerdings muß man dazu sagen, daß dies durchaus nicht in gleichem Maße für alle Männer zutrifft, die individuelle Schwankungsbreite ist sehr groß, und bei manchen Männern findet man auch in höherem Alter noch Hormonmenger wie bei einem Dreißigjährigen.

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Der Testosteronspiegel sinkt mit zunehmendem Alter mehr und mehr ab. Dieser Vorgang beginnt bei den meisten Männern ab dem 40. Lebensjahr.

Dennoch geht man davon aus, daß immerhin bei jedem fünften Mann zwischen 60 und 80 Jahren ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Testosteronmangel vorliegt. Und vielfach treten dann die gleichen Beschwerden auf, wie wir sie bereits für die Patienten beschrieben haben, die unter einem angeborenen Hypogonadismus, also dem Mangel an Geschlechtshormon leiden.

Obowhl auch Männer unter den Symptomen leiden, nehmen Sie ihre "Wechseljahrsbeschwerden" jedoch nicht richtig ernst. Deshalb einen Arzt aufzusuchen, kommt nur wenigen in den Sinn. Doch neben einer allgemeinen Verringerung der Lebensqualität kann ein ausgeprägter Testosteronmangel auch zu schwerwiegenden Erkrankungn, wie zum Beispiel Knochenschwund (Osteoporose), führen. Das Risiko für gefährliche Knochenbrüche, vor allem des Oberschenkelhalses, steigt dadurch deutlich an, und die Lebenszeit kann sich erheblich verkürzen. Durch einen Besuch bei einem "Männerarzt", z.B. einem Urologen, und eine richtige Hormonersatzbehandlung können solche Probleme meist vermieden und die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten werden.

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Was sind die Anzeichen für einen Hormonmangel ?

Neben dem Nachlassen des Geschlechtstriebes manifestieren sich die "Wechseljahre" beim Mann in erster Linie in Abgeschlagenheit und Lustlosigkeit. Wer früher noch unternehmungslustig war, häufig ausgegangen ist, gerne auf Reisen war und auch sonst jeder Form der Unterhaltung durchaus aufgeschlossen gegenüberstand, wird langsam immer träger. Das Unterhaltungsprogramm beschränkt sich oft nur noch Fernsehen, und Einladungen werden so gut wie gar nicht mehr wahrgenommen - Lethargie und Unlust bestimmen die tägliche Gemütslage.

Und das betrifft auch die Lust auf den Partner. Die Libido, also der Sexualtrieb, schwindet ebenfalls ganz allmählich. Das muß gar nichts mit nachlassender Potenz zu tun haben. Man könnte zwar, aber man will eigentlich nicht.

Selbst im Beruf häufen sich möglicherweise die Probleme. "Mann" ist nicht mehr so aggressiv wir früher, die Durchsetzungsfähigkeit läßt dementsprechend deutlich nach. Auch dies kann eine direkte Folge des sinkenden Testosteronspiegels sein, wenngleich sich die Wissenschaftler noch nicht so ganz darüber einig sind, welchen Einfluß Testosteron auf die Aggressivität hat.

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Der natürliche Tagesverlauf des Testosteronspiegels bei jungen (gestrichelte Linie) und alten Männern.

Doch auch der Körper verändert sich, wenn das männliche Geschlechtshormon nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Die einstigen Muskelpakete - soweit vorhanden - werden immer weniger, dafür nehmen die Fettpölsterchen deutlich zu. Und auch das allgemeine Erscheinungsbild leidet. Die Haare wachsen langsamer, die Haut sieht nicht mehr frisch und rosig aus, sondern wird blaß, fahl und faltig, unter anderem deshalb, weil die Produktion des Blutfarbstoffes Hämoglobin herabgesetzt ist. Auch diese wird durch Testosteron beeinflußt, und in schwereren Fällen kann es zu einer Anämie (Blutarmut) kommen.

Mit abnehmendem Testosteronspiegel steigt das Risiko für schwere Knochenbrüche. Osteoporose wird von vielen fälschlicherweise immer noch als eine reine Frauenkrankheit angesehen, mit steigendem Lebensalter leiden aber auch immer mehr Männer unter dem schleichenden Knochenschwund. Testosteron spielt dabei eine entscheidende Rolle im Knochenstoffwechsel. Eine Verminderung des Testosteronspiegels führt dazu, daß das komplizierte System von gleichmäßigem Knochenaufbau und -abbau durcheinander gerät. Fehlt der Einfluß des Hormons, wird mehr knochensubstanz abgebaut: der Knochen "schwindet". Die Folge sind Knochenbrüche - vor allem im Bereich der Wirbelsäule - , die sozudagen aus heiterem Himmel entstehen, also ohne die Einwirkung eines Unfalls oder Sturzes.

Für viele an Osteoporose Erkrankte endet der Lebensabend deshalb frühezeitig im Rollstuhl. Aber auch wenn es nicht so weit kommt, wird das Leben durch starke Schmerzen erschwert, die jeden Schritt vor die Haustür zur Qual machen. So ziehen sich Betroffene immer mehr zurück und vereinsamen zusehends.

Die oben genannten Symptome können jedoch auch Ausdruck einer anderen ernstzunehmenden Erkrankung sein. So können Krankheiten, die die Leber, die Nieren oder das Kreislaufsystem betreffen, zu ähnlichen Beschwerden führen. Denn auch sie können unter Umständen einen Abfall des Testosteronspiegels bewirken. Ebenso können Tumorerkrankungen, die die Steuerzentralen im Gehirn betreffen, die beschriebenen Symptome auslösen.

Wenn man also bei sich selbst mehrere der genannten Anzeichen feststellt, sollte man eine Arzt aufsuchen, damit dieser die möglichen Ursachen genau abklären kann.

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Hormonmangel läßt sich behandeln

Um den Testosteronwert zu messen, genügt normalerweise eine einfache Blutuntersuchung. Der Normalwert des Testosterons beim erwachsenen Mann ist international auf 12 bis 35 nanomol/l festgelegt worden (12 nanomol/l entsprechen 3,5 nanogramm/ml). Werte unter 10 nanomol/l gelten als krankhaft und sollten behandelt werden.

Hat der Arzt einen erniedrigten Testosteronspiegel diagnostiziert und konnte er andere zugrundeliegende Erkrankungen ausschließen, kann der gestörte Hormonspiegel durch die Gabe von Testosteron wieder normalisiert werden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das fehlende oder nur in unzureichender Menge produzierte Hormon dem Körper zuzuführen. Immer aber wird das natürliche Testosteron verabreicht, wie es der Hoden selbst normalerweise produziert. Es handelt sich also nicht um ein "künstliches Hormon".

Als "Oldies" in der Testosterontherapie gelten Implantate - kleine Zylinder aus reinem Testosteron, die in einem einfachen ambulanten Eingriff unter lokaler Betäubung in die Bauchdecke eingepflanzt werden. Diese Implantate geben über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten den Wirkstoff ab. Da sich der Testosteronzylinder langsam selbst aufbraucht, sinkt der Testosteronspiegel stetig ab, so daß sich zum Ende der Wirkungszeit die alten Beschwerden wieder einstellen können, weil der Hormonspiegel unter das Normalniveau gefallen ist.

Ebenfalls schon seit vielen Jahren verwendet man Testosteroninjektionen, die in zietlichen Abständen in einen Muskel (meistens in den großen Gesäßmuskel) gespritzt werden. Das tut nur kurz weh und wird in der Regel von des Patienten als nicht besonders belastend emfpunden. Die Injektionen erfolgen im Regelfalle in Abständen von zwei bis vier Wochen. Allerdings hat auch diese form der Therapie Nachteile. Kurz nachdem die Spritze verabreicht worden ist, stegt der Testosteronspiegel steil an, fällt dann aber gegen Ende des Wirkungszeitraumes auch ähnlich steil wieder ab. Viele Männer empfinden dies als unangenehm, denn der natürlich Velrauf des Testosteronspiegels sieht anders aus.

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Testosteroninjektionen: Kurz nachdem die Spritze gegeben wurde, steigt der Testosteronspiegel steil an, fällt aber gegen Ende des Wirkungszeitraumes auch steil wieder ab. Viele Männer empfinden das als unangenehm.

Testosteron kann auch in Form von ölhaltigen Kapseln verabreicht werden. Wenn sich die Kapseln im Darmtrakt auflösen, wird das Testosteron über die Lymphe in die Blutbahn abgegeben. Gelegentlich treten Bauchbeschwerden auf. Ein echter Nachteil ist jedoch, daß die Kapseln dreimal am Tag eingenommen werden müssen, da die Halbwertszeit des Testosterons sehr kurz ist. Die schwankenden Blutspiegel werden vom Patienten nicht als ideal wahrgenommen.

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Da Testosteron wieder schnell vom Körper abgebaut wird, müssen die Kapseln dreimal täglich eingenommen werden. Auch bei dieser Therapieform schwanken die Blutspiegel stark.

Entscheidend vorangebracht wurde die Testosteronbehandlung in den letzten jahren durch die Einführung der transdermlen Therapie. Dabei werden Pflaster verwendet, die das Testosteron enthalten, und die entweder am Körper oder aber am Hodensack (Skrotum) selbst aufgetragen werden.

Das skrotale Pflaster wird täglich gewechselt und morgens nach der Morgentoilette angebracht. Kurz danach werden die höchsten Testosteronkonzentrationen im Blut gemessen. Im Laufe des Tages gibt das Pflaster dann kontinuierlich das Hormon ab.
Das Hormonpflaster hat sich als ideale Therapiemethode erwiesen, da der dadurch erreichte Verlauf des Testosteronspiegels fast exakt den natürlichen Tagesschwankungen des Hormons entspricht. Denn bei gesunden Männern findet sich die höchste Testosteronkonzentration am Morgen und fällt dann zum Abend hin stetig ab.

Einziger Nachteil bei dem am Körper zu befestigenden Pflastertyp ist, daß hier neben dem Testosteron noch andere Stoffe zugesetzt werden müssen, die die Haut für das Hormon durchlässiger machen sollen. Das kann in manchen Fällen zu unangenehmen Hautreizungen führen.

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Mit skrotalen Pflastern wird der natürlich Verlauf des Testosteronspiegels am besten nachgeahmt - diese Therapieform hat sich daher ganz besonders bewährt.

Auf solche Zusatzstoffe kann beim Skrotalpflaster, das wie schon erwähnt am Hodensack selbst angebracht wird, verzichtet werden. Denn Untersuchungen haben gezeigt, daß die Haut hier dünn und besonders gut durchblutet ist und deshalb das Testosteron bis zu 40 mal besser aufgenommen wird als an allen anderen Körperstellen. Zwar müssen dafür einige Haare geopfert werden, dafür ist das Pflaster dann aber auch diskret angebracht und unsichtbar für neugierige Blicke. Da diese Pflaster nur wenig Klebemasse enthalten, lassen sie sich schmerzfrei und einfach wieder entfernen.

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Was man vor einer Hormonbehandlung noch beachten sollte

Die Therapie mit dem Geschlechtshormon bewährt sich seit vielen Jahren. Für junge Patienten mit einem angeborenen Hormonmangel bedeutet sie einen wahren Segen. Denn wenn - wir haben es ja bereits angesprochen - bereits von Geburt eine Erkrankung der Keimdrüsen vorliegt, findet keine Pubertät statt: Da der Kehlkopf nicht wächst, bleibt der Stimmbruch aus, die Geschelchtsmerkmale entwickeln sich nicht richtig. Und auch die Geschlechtsorgane selbst werden ungenügend ausgebildet.

Aber auch für Männer, die unter den "Wechseljahren" leiden, kann eine Therapie mit Testosteron eine große Erleichterung bedeuten. Schließlich möchte "mann" ja auch im Alter seine ursprüngliche Leistungsfähigkeit erhalten. Die Abnahme der sexuellen Aktivität ist sicherlich ein großes Problem, das durch eine Therapie mit dem Geschlechtshormon in den Griff zu bekommen ist - ganz zu schweigen von den wirklich ernsthaften Folgen eines zu niedrigen Testosteronspiegels wie beispielsweise der Osteoporose. Klinische Studien haben gezeigt, daß mit solchen Pflastern eine effektive Therapie der Testosteronmangelsymptome erreicht werden kann. Damit werden eine deutliche Verbesserung der Libido, eine Zunahme der sexuellen Aktivität und auch der Erektionsfähigkeit erzielt.

Allerdings vermag Tesotseron hier keine Wunder zu vollbringen. Bei nachlassender Potenz wird durch Hormongabe alleine nur selten eine Besserung erreicht. Die mangelnde Erektionsfähigkeit hat meist noch vielfache andere ursachen und sollte dementsprechend gezielt untersucht und behandelt werden.

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Längsschnitt durch das männliche Becken. Da eine Therapie mit dem männlichen Geschlechtshormon das Wachstum eines Prostatakrebses verstärken kann, sind regelmäßige Untersuchungen unbedingt zu empfehlen.

Bevor mit einer Testosteronbehandlung begonnen werden kann, müssen unbedingt noch einige wichtige Punkte vom Arzt geklärt werden. Testosteron kann das Wachstum eines bereits bestehenden Krebses der Vorsteherdrüse, der Prostata, verstärken. Dann verbietet sich der einsatz des Hormons selbstverständlich. Es ist daher wichtig, daß zu Beginn und während der gesamten Therapie regelmäßige Untersuchungen durch einen Arzt - am besten durch einen urologen oder Endokrinologen - vorgenommen werden.

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An den folgenden Symptomen kann man einen möglichen Testosteronmangel erkennen:

 

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31.08.00 07:32:27